Trachycarpus fortunei, auch bekannt als Chinesische Hanfpalme oder Mühlenpalme, ist eine robuste Fächerpalme, die ursprünglich aus Asien stammt. Die Pflanze ist nach ihrem Entdecker, dem Botaniker Robert Fortune, benannt und ist in Europa besonders wegen ihrer ausgeprägten Frosthärte beliebt. Die Palme wächst mit einem einzigen, dicken Stamm, der mit einer Faserhülle bedeckt ist. Während die Palme langsam wächst, kann sie letztendlich Höhen von bis zu 20 Metern erreichen. Dieser Beitrag beleuchtet alle wesentlichen Aspekte der Pflege von Trachycarpus fortunei, von der Aussaat bis zu den Begleitpflanzen.

Wuchs

Trachycarpus fortunei zeichnet sich durch einen langsamen, aber stetigen Wuchs aus. Die Palme bildet einen einzelnen, aufrechten Stamm, der mit einer charakteristischen, faserigen Schicht überzogen ist. Mit der Zeit kann die Palme Höhen von bis zu 12-20 Metern erreichen, wobei in kälteren Klimazonen die Wachstumshöhe typischerweise geringer ausfällt.

Aussäen und Einpflanzen

Die Hanfpalme kann aus Samen gezogen werden, die in einem feuchten, gut durchlässigen Anzuchtsubstrat ausgesät werden. Die Keimung kann einige Wochen bis Monate dauern und erfordert eine gleichmäßige Feuchtigkeit und Wärme. Jungpflanzen sollten nur umgetopft werden, wenn sie deutlich aus ihrem Topf herausgewachsen sind, und ins Freiland gepflanzt werden, wenn sie robust genug sind und kein Frost mehr droht.

Vermehrungsmöglichkeiten

Die Vermehrung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen und eröffnet Gartenliebhabern die Möglichkeit, diesen exotischen Akzent selbst in ihrem Garten zu kultivieren. Die gängigste Methode ist die Aussaat der Samen. Diese Samen können aus den beerenartigen Früchten, die an weiblichen Pflanzen nach der Bestäubung durch männliche Blüten entstehen, gewonnen werden. Die Samen sollten zunächst von der Fruchtfleischschicht gereinigt und dann in feuchter Anzuchterde ausgesät werden. Die optimale Keimtemperatur liegt bei warmen 25-35°C, wobei die Samen gleichmäßig feucht gehalten werden sollten, jedoch ohne Staunässe zu verursachen. Die Keimung kann einige Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Ein weiteres, allerdings selten praktiziertes Verfahren, ist die vegetative Vermehrung durch Ableger, die jedoch nur gebildet werden, wenn die Pflanze stark zurückgeschnitten wird. Diese Methode ist bei Trachycarpus fortunei nicht häufig anzutreffen, da die Palme üblicherweise eine einzelne, unverzweigte Säule bildet. Für Gartenliebhaber ist es am einfachsten und erfolgversprechendsten, mit frischen Samen zu starten und so die Freude am Heranwachsen dieser beeindruckenden Palmen von Beginn an zu erleben.

Blätter

Die Blätter dieser Palme sind fächerförmig, groß und tief gespalten. Sie sind ledrig und dunkelgrün mit einem stacheligen Blattstiel. Die Blätter können einen Durchmesser von bis zu 75 Zentimetern erreichen.

Blütezeit

Die Blütezeit von Trachycarpus fortunei liegt im Frühling bis Frühsommer. Die Palme produziert hängende Blütenstände, die bei männlichen und weiblichen Pflanzen unterschiedlich aussehen. Da es sich um eine diözische Pflanze handelt, sind männliche und weibliche Blüten auf separaten Pflanzen.

Standort

Der ideale Standort für Trachycarpus fortunei ist sonnig bis halbschattig. Die Palme ist anpassungsfähig und kommt auch mit städtischen Bedingungen gut zurecht. Sie bevorzugt einen geschützten Platz, vor allem in Regionen mit starken Winden.

Bodendecker

Als Bodendecker können Pflanzen gewählt werden, die gut mit der Konkurrenz durch die große Wurzelmasse der Palme umgehen können. Geeignet sind beispielsweise robuste Stauden oder niedrige Gräser.

Wurzelsystem

Die Hanfpalme hat ein kräftiges, faseriges Wurzelsystem, das für ihren festen Stand sorgt. Das Wurzelwerk breitet sich hauptsächlich horizontal aus und ist nicht invasiv, was die Palme stadttauglich macht.

Boden & PH-Wert

Ein gut durchlässiger Boden ist für Trachycarpus fortunei wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Die Palme ist anpassungsfähig hinsichtlich des pH-Werts; sie bevorzugt einen Bereich von leicht sauer bis leicht alkalisch.

Wasserbedarf

Das Gewächs ist relativ trockenheitstolerant, benötigt aber insbesondere in der Wachstumsphase eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe. Im Winter sollte die Wassergabe reduziert werden.

Beschneiden

Beschnitt ist bei Trachycarpus fortunei generell nicht notwendig, abgesehen vom Entfernen brauner oder abgestorbener Blätter, um das ästhetische Erscheinungsbild zu wahren und um potentielle Verstecke für Schädlinge zu beseitigen.

Umtopfen

Umtopfen ist nur gelegentlich erforderlich, da die Palme langsam wächst. Es sollte nur umgetopft werden, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen.

Frosthärte

Die Hanfpalme ist eine der frostbeständigsten Palmenarten und kann Temperaturen bis zu etwa -15 °C, manchmal sogar bis zu -20 °C aushalten, wenn der Standort geschützt ist und eine gute Drainage vorhanden ist.

Krankheiten & Schädlinge

Fusarium-Welke (Fusarium spp.)

Symptome: Das Auftreten von welken, gelb verfärbten Blättern, die schließlich braun werden und absterben, kennzeichnet oft die Fusarium-Welke. Der Befall erstreckt sich manchmal vom Blattrand ausgehend zum Zentrum hin. Bei einem längs geschnittenen Stamm kann eine braune Verfärbung des Gefäßsystems sichtbar werden.

Ursachen: Die Fusarium-Welke wird durch einen Pilz verursacht, der häufig in kontaminierten Böden oder über infiziertes Werkzeug und Wasser übertragen wird. Eine geschwächte Pflanze, oft durch unsachgemäße Pflege oder ungünstige Standortbedingungen, ist anfälliger für diese Krankheit.

Behandlung: Fusarium-Welke ist schwer zu bekämpfen und erfordert oft die Entfernung und Vernichtung der befallenen Pflanzen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Vorbeugende Maßnahmen umfassen den Einsatz von pilzfreier Erde, die richtige Entsorgung von Pflanzenresten und die Desinfektion der Werkzeuge. In manchen Fällen können systemische Fungizide eingesetzt werden, ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt.

Schildläuse (Diaspididae)

Symptome: Schildläuse erscheinen als kleine, scheibenförmige Gebilde auf den Blättern und Stämmen. Sie saugen an den Pflanzensäften, was zu gelblichen Flecken, Wachstumsverzögerungen und im schweren Fall zum Absterben von Pflanzenteilen führen kann.

Ursachen: Schildläuse gelangen oft über neue Pflanzen oder Pflanzenteile in den Garten. Sie verbreiten sich schnell bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.

Behandlung: Der Befall kann bereits durch manuelles Entfernen der sichtbaren Schädlinge reduziert werden. Der Einsatz von insektizidalen Seifen, Ölen oder systemischen Insektiziden kann ebenfalls effektiv sein. Natürliche Feinde wie Marienkäfer oder Schlupfwespen können in einem naturnahen Garten zur biologischen Bekämpfung beitragen.

Spinnmilben (Tetranychidae)

Symptome: Spinnmilben sind winzige Schädlinge, die auf der Blattunterseite ein feines Gespinst bilden. Sie verursachen helle Punkte auf den Blättern, die sich zu größeren gelblichen oder bräunlichen Flecken ausweiten können. Bei starkem Befall kommt es zum Blattabfall.

Ursachen: Trockene und warme Bedingungen begünstigen die Vermehrung von Spinnmilben. Häufig werden sie durch den Wind oder kontaminierte Pflanzen eingetragen.

Behandlung: Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen kann zum natürlichen Rückgang des Befalls beitragen. Auch kann mit milbentötenden Akariziden oder natürlichen Räubern wie Raubmilben gegengesteuert werden. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend, da Spinnmilben schnell Resistenzen entwickeln können.

Prävention und allgemeine Pflegehinweise

Um Krankheiten und Schädlinge vorzubeugen, ist es entscheidend, Trachycarpus fortunei artgerecht zu pflegen. Dazu gehört:

  • Ensorgung von Laub- und Schnittabfällen
  • Vermeidung von Staunässe durch angemessene Bewässerung und gute Bodendrainage
  • Regelmäßige Kontrollen auf Schädlingsbefall
  • Verwendung von gesundem und unbelastetem Pflanzmaterial
  • Isolation neu erworbener Pflanzen zur Verhinderung der Schädlingsübertragung
  • Stärkung der Pflanzenvitalität durch optimale Standortbedingungen und ggf. Düngergaben

Indem die Pflanzenstärke gefördert und Stressfaktoren minimiert werden, kann die Palme widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen gemacht werden.

Verwendung

Die Hanfpalme ist eine beliebte Wahl für Gärten, Parks und städtische Anlagen. Sie wird als Solitärpflanze verwendet, kann aber auch in Gruppen gepflanzt werden. Aufgrund ihrer Frosthärte findet sie häufig Verwendung in Gebieten mit gemäßigtem Klima.

Synonyme

Ein bekanntes Synonym für Trachycarpus fortunei ist „Chamaerops excelsa“.

Giftigkeit

Trachycarpus fortunei ist nicht giftig und somit unbedenklich für Haustiere und Menschen.

Pflege

Die Pflege der Chinesischen Hanfpalme ist relativ unkompliziert. Sie benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, mäßige Wassergaben und Schutz vor extremem Frost.

Liste Begleitpflanzen

Hier sind einige Pflanzen, die als gute Begleiter für Trachycarpus fortunei angesehen werden können:

  1. Hosta – Diese schattenliebenden Pflanzen bieten mit ihren breiten Blättern einen schönen Kontrast zu den filigranen Palmwedeln.
  1. Farne – Verschiedene Arten von Farnen können gut im Schatten der Palme wachsen und bieten eine ähnliche strukturelle Ästhetik.
  1. Rhododendron und Azaleen – Diese blühenden Sträucher gedeihen in ähnlichen Bedingungen wie die Trachycarpus und bieten schöne Farbakzente.
  1. Helleborus (Christrosen) – Diese winterblühenden Stauden können im Schatten der Palme einen zusätzlichen Farbtupfer während der kühleren Monate bieten.
  1. Hydrangea (Hortensie) – Mit ihren großen, auffälligen Blüten schaffen Hortensien ein wunderbares Unterholz für die elegante Palme.
  1. Heuchera (Purpurglöckchen) – Diese Stauden haben oft farbenfrohes Laub, das gut mit der grünen Palette der Palme harmonisiert.
  1. Ziergräser, wie Carex oder Festuca – Diese Gräser können einen schönen texturalen Kontrast zu den Palmenblättern bieten und sind pflegeleicht.
  1. Bambus – Eine weitere Pflanze, die ästhetisch gut mit Palmen zusammenspielt und eine ähnliche exotische Anmutung schafft.
  1. Lavendel – Für einen mediterranen Touch im Garten kann Lavendel gepflanzt werden, der zudem bienenfreundlich ist und einen angenehmen Duft verströmt.
  1. Salvia (Salbei) – Viele Salbeiarten haben trockenheitstolerante Eigenschaften und bieten eine lange Blütezeit.
  1. Rosmarin – Ideal für einen trockenen und sonnigen Standort, fügt es eine aromatische Komponente zum Garten hinzu.
  1. Echinacea (Sonnenhut) – Diese sonnenliebende Staude bietet sommerliche Farbe und zieht Schmetterlinge an.
  1. Sedum (Fetthenne) – Diese Sukkulenten sind trockenresistent und blühen in verschiedenen Farben, ergänzend zum tropischen Aussehen der Palme.

Beachten Sie beim Pflanzen von Begleitpflanzen für Trachycarpus fortunei, dass jede Pflanze unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich Licht, Wasser und Boden hat. Stellen Sie sicher, dass Sie Begleitpflanzen auswählen, die gut zu den Standortbedingungen passen, in denen Ihr Gewächs wächst. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Palme selbst genügend Raum zum Wachsen hat und ihre Wurzeln nicht von anderen Pflanzen zu sehr eingeengt werden.

Pflanzenfamilie

Trachycarpus fortunei gehört zur Familie der Arecaceae (Palmen).

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  • Diese immergrüne Hanfpalme ist bis -13°C Winterhart. Sollte aber in den ersten Jahren im Winter geschützt werden, bis die Palme komplett verwurzelt ist.
  • Die Hanfpalme (Trachycarpus Fortunei) zählt zu den frosthärtesten Palmen der Welt, sie stammt aus Asien und wächst dort im Gebirge in bis zu 2400m Höhe.

Letzte Aktualisierung am 25.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API