Atropa belladonna, auch bekannt als Tollkirsche, ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Pflanze ist in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch und hat eine lange Geschichte sowohl in der Medizin als auch als Gift. Die Tollkirsche kann bis zu zwei Meter hoch werden und ist aufgrund ihrer großen, dunkelvioletten bis schwarzen Beeren und glockenförmigen, purpurviolett farbigen Blüten leicht zu erkennen. Die ganze Pflanze, besonders aber die Beeren und Wurzeln, enthalten starke Alkaloide wie Atropin und Scopolamin, die hochgiftig sind.

Wuchs

Die Tollkirsche wächst als buschige, krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 1 bis 2 Metern. Mit ihrem aufrechten Wuchs und den großen, ovalen Blättern präsentiert sie sich als eine stattliche Erscheinung im Garten.

Aussäen und Einpflanzen

Die Aussaat erfolgt idealerweise im Frühjahr nach der Stratifikation der Samen (Kältebehandlung zur Überwindung der Keimruhe). Die Samen sollten flach in gut drainierte Erde ausgesät und leicht mit Erde bedeckt werden. Die Pflanzen sollten einen Abstand von etwa 80 cm zueinander haben, um genügend Raum für das Wachstum zu bieten.

Vermehrungsmöglichkeiten

Sexuelle Fortpflanzung über Samen

Bei der sexuellen Fortpflanzung produziert Atropa belladonna Samen, deren erfolgreiche Entwicklung mehrere Schritte umfasst:

Blüte und Bestäubung

In der Blütezeit zwischen Mai und August entwickeln sich die purpurfarbenen Blüten von Atropa belladonna. Die Bestäubung kann entweder selbstständig erfolgen, da die Pflanze zwittrige Blüten besitzt, oder durch Insekten wie Bienen unterstützt werden, die den Pollen von Blüte zu Blüte übertragen.

Fruchtbildung

Nach erfolgter Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten die typischen schwarzen Beeren. In diesen Beeren befinden sich zahlreiche kleine Samen, welche die genetische Information für die Erzeugung neuer Pflanzen tragen.

Samenreife und -aussaat

Mit der Reife der Früchte trocknen die Beeren oder werden von Tieren gefressen, wobei die unverdauten Samen über den Kot ausgeschieden werden. Eine direkte Aussaat durch den Menschen kann durch Sammeln der reifen Samen erfolgen. Diese sollten eine Kältebehandlung (Stratifikation) über den Winter erfahren, um die Keimung im Frühjahr zu induzieren.

Keimung

Nach der Überdauerung der kalten Jahreszeit und unter optimalen Bedingungen keimen die Samen im Frühling. Für erfolgreiche Keimung benötigen die Samen ausreichend Feuchtigkeit, Wärme und ein humusreiches Substrat.

Vegetative Vermehrung durch Wurzelteilung

Abgesehen von der sexuellen Fortpflanzung kann Atropa belladonna auch vegetativ über Wurzelteilung vermehrt werden:

Wurzelteilung

Diese Methode findet typischerweise im Frühling oder Herbst statt. Hierbei wird ein Teil der Wurzel sorgfältig abgetrennt und an einen neuen Standort verpflanzt. Die abgetrennten Wurzelstücke sollten kräftig sein und mindestens ein Auge bzw. eine Knospe aufweisen, aus der neue Triebe hervorgehen können.

Ausbildung neuer Triebe

Nach dem Einpflanzen der Wurzelstücke in einen gut vorbereiteten Boden und unter optimalen Wachstumsbedingungen treiben aus den vorhandenen Augen neue Sprossen.

Notwendige Bedingungen für eine erfolgreiche Vermehrung

Erfolgreiche Vermehrung, gleich ob sexuell über Samen oder vegetativ durch Wurzelteilung, erfordert bestimmte Bedingungen:

  • Ein fruchtbarer, humusreicher und gut drainierter Boden.
  • Ein halbschattiger bis schattiger Standort, der vor starken Winden geschützt ist.
  • Ausreichende Wasserversorgung, ohne dass es zur Staunässe kommt.
  • Bei der Aussaat eine Kältebehandlung der Samen, um die Keimruhe zu durchbrechen.

Durch das Befolgen dieser Schritte und das Beachten der notwendigen Bedingungen kann eine erfolgreiche Reproduktion von Atropa belladonna gewährleistet werden.

Blätter

Die Blätter der Tollkirsche sind eiförmig bis oval, ganzrandig oder leicht gezähnt und haben eine glänzende Oberfläche. Sie wachsen wechselständig und sind in der Regel bis zu 20 cm lang.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August. Die einzelnen Blüten sind glockenförmig und hängen an kurzen Stielen. Ihre Farbe variiert von purpurviolett bis hin zu einem blassen Lila.

Standort

Die Pflanze bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Standort, geschützt vor starken Winden. Direkte Sonneneinstrahlung sollte, insbesondere zur Mittagszeit, vermieden werden.

Bodendecker

Atropa belladonna ist aufgrund ihres buschigen Wuchses und der großen Blätter nicht geeignet als klassischer Bodendecker, der flächendeckend niedrig wächst.

Wurzelsystem

Die Pflanze verfügt über ein tiefes, verzweigtes Wurzelsystem, das ihr hilft, auch in trockeneren Zeiten Wasser aus dem Boden zu ziehen.

Boden & PH-Wert

Die Tollkirsche bevorzugt einen nährstoffreichen, humosen und gut drainierten Boden. Sie toleriert sowohl leicht saure als auch leicht alkalische Böden, ideal ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.

Wasserbedarf

Die Pflanze benötigt regelmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenperioden. Staunässe sollte allerdings vermieden werden, da sie das Wurzelsystem schädigen kann.

Beschneiden

Regelmäßiger Schnitt ist nicht erforderlich, kann jedoch zur Formgebung oder Entfernung abgestorbener Pflanzenteile vorgenommen werden. Dabei sollte man stets Handschuhe tragen, um Hautkontakt mit den giftigen Pflanzenteilen zu vermeiden.

Umtopfen

Bei Topfkulturen sollte die Tollkirsche alle paar Jahre umgetopft werden oder sobald das Wurzelwerk den Topf vollständig ausfüllt.

Frosthärte

Atropa belladonna ist mäßig frostresistent. Junge Pflanzen sollten vor dem ersten Winter mit Mulch oder ähnlichem vor Frost geschützt werden.

Krankheiten & Schädlinge

Atropa belladonna, obwohl robust, kann von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen betroffen sein:

Blattläuse

Blattläuse sind kleine, meist grüne Insekten, die sich von Pflanzensäften ernähren. Sie können sich auf der Unterseite von Blättern ansammeln und zu Schäden führen. Abhilfe schafft das Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl oder die Anwendung neemölbasierter Insektizide.

Spinnmilben

Bei trockener und warmer Umgebung können Spinnmilben ein Problem darstellen. Diese winzigen Schädlinge saugen ebenfalls an den Blättern und können diese vergilben lassen. Zur Bekämpfung kann die Luftfeuchtigkeit erhöht oder mit milbenhemmenden Mitteln eingegriffen werden.

Pilzinfektionen

Feuchtes Wetter oder ein zu nasser Boden können zu Pilzinfektionen wie Mehltau oder Wurzelfäule führen. Mehltau bedeckt Blätter und Stängel mit einem weißen, mehlartigen Belag. Wurzelfäule äußert sich durch welkende und absterbende Pflanzenteile. Gegen Mehltau helfen fungizide Spritzmittel, während bei Wurzelfäule eine Verbesserung der Bodenbeschaffenheit und Drainage notwendig ist.

Kraut- und Knollenfäule

Diese durch Phytophthora-Arten verursachte Krankheit tritt häufig bei nasskaltem Wetter auf. Die Blätter bekommen braune Flecken, welken und sterben ab. Beugemassnahmen umfassen gutes Bodenmanagement und die Vermeidung von Staunässe.

Viruskrankheiten

Viren können zu unterschiedlichen Symptomen wie Ringflecken, Verformungen oder Wachstumsstörungen führen. Da es keine Behandlung gegen Viren gibt, sollte bei Anzeichen einer Infektion der betroffene Pflanzenteil entfernt oder die gesamte Pflanze entsorgt werden.

Ein genereller Schutz vor Schädlingen und Krankheiten kann durch eine stärkende Pflanzenpflege erfolgen. Hierzu gehört eine ausgewogene Wasserversorgung, die Vermeidung von Staunässe und die Sicherstellung einer guten Luftzirkulation. Weiterhin sollte der Standort hygienisch gehalten werden, indem abgefallenes Laub entfernt wird, um keine Angriffsfläche für Krankheiten und Schädlinge zu bieten. Spezielle Aufmerksamkeit ist gefordert, da die Atropa belladonna wegen ihrer Giftigkeit bei der Behandlung von Krankheiten und Schädlingen besondere Vorsicht erfordert.

Verwendung

Aufgrund ihrer Giftigkeit und ihrer medizinischen Eigenschaften wird das Gewächs hauptsächlich für pharmazeutische Zwecke verwendet. Privat sollte die Handhabung mit äußerster Vorsicht erfolgen und von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.

Synonyme

Die Pflanze ist auch unter den Namen Tollkraut, Schwarze Tollkirsche oder Teufelskirsche bekannt.

Giftig

Alle Teile der Pflanze sind stark giftig. Bereits der Verzehr von wenigen Beeren kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.

Pflege

Trotz ihrer Giftigkeit ist die Pflege der Tollkirsche relativ unkompliziert, solange die Pflanze bei ausreichender Wasserzufuhr und passendem Standort kultiviert wird.

Liste Begleitpflanzen

Atropa belladonna ist eine giftige Pflanze, die jedoch in der Medizin wegen ihrer Alkaloide wie Atropin, Scopolamin und Hyoscyamin verwendet wird. Beim Anbau von Atropa belladonna können einige Begleitpflanzen nützlich sein, um ein günstiges Umfeld zu schaffen, Schädlinge abzuwehren oder andere positive Interaktionen zu fördern. Hier ist eine Liste möglicher Begleitpflanzen:

  1. Ringelblumen (Calendula officinalis) – Können Schädlinge wie Nematoden abwehren und haben generell eine abstoßende Wirkung auf verschiedene Insekten.
  1. Tagetes (verschiedene Arten) – Gilt als natürlicher Nematodenvertilger und kann auch andere Schädlinge fernhalten.
  1. Knoblauch (Allium sativum) – Besitzt natürliche fungizide und pestizide Eigenschaften, die Krankheiten und Schädlinge abhalten können.
  1. Zwiebeln (Allium cepa) – Ähnlich wie Knoblauch können Zwiebeln helfen, verschiedene Schädlinge fernzuhalten.
  1. Basilikum (Ocimum basilicum) – Kann eine Reihe von Insekten abwehren und wird oft als Begleitpflanze für viele Gartenkulturen empfohlen.
  1. Bohnen (verschiedene Arten der Gattung Phaseolus) – Können Stickstoff im Boden fixieren, was anderen Pflanzen, einschließlich Atropa belladonna, zugutekommt.
  1. Koriander (Coriandrum sativum) – Zieht nützliche Insekten wie Marienkäfer an, die Blattläuse fressen.
  1. Dill (Anethum graveolens) – Kann nützliche Insekten anziehen und Schädlinge abwehren.
  1. Minze (Mentha spp.) – Kann manche Schädlinge abschrecken, sollte aber mit Vorsicht eingesetzt werden, da Minze invasiv sein kann.
  1. Kamille (Matricaria recutita) – Ist bekannt für ihre beruhigenden Eigenschaften und kann die Gesundheit von Pflanzen im Garten fördern.

Bitte beachten Sie, dass es wichtig ist, Forschung und Beobachtung darüber durchzuführen, wie sich Pflanzenkombinationen in Ihrer speziellen Umgebung und unter Ihren besonderen Bedingungen verhalten. Atropa belladonna ist sehr giftig, daher sollte sie mit großer Vorsicht und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren angebaut werden. Außerdem ist es ratsam, den lokalen Anbau dieser Pflanze auf mögliche rechtliche Einschränkungen zu überprüfen, da ihr Anbau in einigen Regionen eingeschränkt oder gänzlich verboten sein kann.

Pflanzenfamilie

Die Tollkirsche ist Teil der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch Pflanzen wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika gehören.

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Letzte Aktualisierung am 25.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API