Der Schlehdorn, bekannt als Prunus spinosa, ist ein einheimischer Strauch, der vor allem in Europa zu finden ist. Dieses robuste Gehölz, oft auch „Schwarzdorn“ genannt, ist Teil der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und besticht durch seine vielfältigen Verwendungen sowie seine ökologische Bedeutung. In der Natur wirkt er oft als Heckenpflanze und bietet mit seinen dichten, dornigen Zweigen Lebensraum und Schutz für viele Tierarten. Zugleich stellt der Strauch mit seinen blau-schwarzen Früchten, den sogenannten Schlehen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere und Menschen dar. Die Verwendung der Schlehen reicht von kulinarischen Genüssen bis hin zu medizinischen Anwendungen. Durch seinen charakteristisch knorrigen Wuchs und die kleinen, weißen Blüten, die im Frühling die Landschaft zieren, ist der Schlehdorn auch als Ziergehölz beliebt.

Verschiedene Sorten

Obwohl der Schlehdorn hauptsächlich in seiner Wildform vorkommt, existieren verschiedene Sorten, die zum Beispiel aufgrund einer größeren Frucht oder eines besonders dekorativen Blütenaustriebs selektiert wurden. Diese Sorten sind jedoch weniger verbreitet als andere kultivierte Pflanzen.

Wuchs

Der Schlehdorn ist ein mittelgroßer Strauch, der typischerweise eine Wuchshöhe von 3 bis 5 Metern erreicht. Mit seiner sparrigen und verzweigten Wuchsform bildet er oft undurchdringliche Hecken. Die Rinde ist anfangs glatt und dunkelgrau, wird jedoch mit zunehmendem Alter rissig. Junge Zweige tragen charakteristische Dornen.

Pflanzung

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, aber auch das Frühjahr, bevor die Pflanze austreibt, eignet sich. Er ist anspruchslos und gedeiht auf fast jedem Boden, solange dieser nicht zu nass ist. In der Regel wird er im Abstand von einem Meter gepflanzt, um eine dichte Hecke zu bilden.

Vermehrungsmöglichkeiten

Die Vermehrung gelingt sowohl durch Samen als auch durch Stecklinge und Absenker. Die Samen benötigen einen Kältereiz zur Keimung, was durch Stratifikation erreicht werden kann. Stecklinge bewurzeln sich gut, und Absenker bilden in Kontakt mit dem Boden eigenständig Wurzeln.

Blätter

Die Laubblätter des Schlehdorns sind wechselständig angeordnet, länglich mit einer spitz zulaufenden Form und fein gesägten Rändern. Sie färben sich im Herbst oft gelb bis rötlich und bereichern somit das herbstliche Farbspiel.

Blütezeit

Die Blütezeit findet üblicherweise im April statt, bevor die Blätter vollständig ausgetrieben sind. Die kleinen, weißen Blüten erscheinen zahlreich und sind für Insekten wie Bienen eine wichtige Nahrungsquelle zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr.

Standort

Der Schlehdorn bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Er toleriert allerdings auch Schatten, wobei eine zu starke Beschattung die Blütenbildung beeinträchtigen kann.

Einsatz als Bodendecker

Zwar ist Schlehdorn kein typischer Bodendecker, er kann aber durch sein dichtes Wurzelwerk zur Bodenfestigung auf Hängen oder als Unterwuchs in größeren Anpflanzungen dienen.

Wurzelsystem

Das Wurzelsystem ist weit verzweigt und verankert den Strauch tief im Boden. Daher trägt der Schlehdorn auch zur Erosionskontrolle bei.

Boden & pH-Wert

Der Schlehdorn ist genügsam und kommt mit den meisten Bodentypen zurecht. Bevorzugt wird ein kalkhaltiger, tiefgründiger und gut drainierter Boden. Er toleriert sowohl saure als auch alkalische pH-Werte.

Wasserbedarf

Er ist recht trockenheitstolerant und kommt mit mäßigem Wasser aus. Stehende Nässe sollte jedoch vermieden werden.

Beschnitt

Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert eine dichte Wuchsform und kann die Fruchtbildung stimulieren. Der Schnitt sollte nach der Blüte stattfinden, um die Bildung von Früchten nicht zu beeinträchtigen.

Umtopfen

Bei kultivierten Exemplaren im Kübel oder Topf sollte das Umtopfen alle paar Jahre stattfinden, um das Substrat zu erneuern und Wurzelraum zu schaffen.

Frosthärte

Der Strauch ist sehr frosthart und übersteht problemlos auch strenge Winter.

Krankheiten & Schädlinge

Schlehdorn ist relativ resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen, kann aber gelegentlich von Blattläusen, Pilzbefall oder Schlehdorn-Blattwespen befallen werden.

Synonyme

Einige der gebräuchlichen Bezeichnungen sind Schwarzdorn, Heckendorn oder auch Dornschlehe.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile, besonders jedoch die Kerne der Schlehen, enthalten geringe Mengen an Blausäure und sollten nicht verzehrt werden. Die Früchte selbst sind nach dem ersten Frost genießbar.

Pflege

Der Schlehdorn benötigt wenig Pflege. Nach der Etablierung genügt meist der natürliche Niederschlag, und nur in längeren Trockenperioden ist eine zusätzliche Bewässerung notwendig.

Liste der Begleitpflanzen

Typische Begleitpflanzen sind andere heimische Sträucher wie Weißdorn (Crataegus), Wildrosenarten und Haselnuss (Corylus avellana).

Pflanzenfamilie

Als Mitglied der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) steht der Schlehdorn in Verwandtschaft mit vielen wichtigen Kulturpflanzen wie Apfel, Birne und Rose.

Verwendungen in verschiedenen Umgebungen oder Branchen

In der Landschaftsgestaltung dient das Gewächs als Heckenpflanze und zur Befestigung von Böschungen, in der Landwirtschaft als Windschutz und Lebensraum für Nützlinge. Die Früchte finden in der Lebensmittelindustrie als Zutat für Marmeladen, Liköre und zum Aromatisieren von Gin Verwendung. In der Volksmedizin werden die Früchte wegen ihrer adstringierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt.

Der Schlehdorn ist somit eine Pflanze von großer Vielseitigkeit und ökologischer Bedeutung, deren Anspruchslosigkeit und Robustheit sie zu einem wertvollen Bestandteil heimischer Ökosysteme und Kulturlandschaften macht.

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  • Eignung für Mischhecken, als Windschutz, als Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz. Die Reifezeit ist je nach Standort zwischen Anfang und Ende September. Besonderheit: historische fränkische Obstart, die vor dem Aussterben gerettet werden konnte.

Letzte Aktualisierung am 30.05.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API