Wirsingkohl, auch als Wirz, Savoyen- oder Savoyerkohl bekannt, ist eine Gemüsepflanze, die zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehört. Ihr wissenschaftlicher Name ist Brassica oleracea var. sabauda. Diese Kohlart zeichnet sich durch ihre krausen, stark gewellten Blätter aus, die oft eine dunkelgrüne Farbe haben, wobei es je nach Sorte auch hellere Schattierungen gibt. Der Wirsingkohl ist eine jahrhundertealte Kulturpflanze, die aufgrund ihres würzigen Geschmacks und ihrer vielseitigen Verwendbarkeit in Küchen weltweit geschätzt wird. Neben ihrer kulinarischen Beliebtheit finden die dichten, rosettenartigen Kopfformen des Wirsingkohls auch in dekorativen Gartenarrangements Verwendung.

Sorten

Es gibt eine Vielfalt an Wirsingkohl-Sorten, die sich in Größe, Form und Farbintensität der Blätter unterscheiden. Zu den bekanntesten Sorten zählen ‚Vertus‘, ‚Ormskirk‘ und ‚January King‘. Es gibt frühe Sorten, die bereits im Sommer geerntet werden können, sowie späte Sorten, die bis in den Winter hinein auf dem Feld bleiben.

Wuchs

Der Wirsingkohl entwickelt einen kompakten, runden Wuchs mit einer Höhe von etwa 40 bis 60 Zentimetern und einem ähnlichen Durchmesser. Seine Blätter bilden in der Regel einen lockeren bis festen Kopf, dessen Größe je nach Sorte und Wachstumsbedingungen variieren kann.

Pflanzung

Wirsingkohl wird entweder durch Aussaat im Frühjahr direkt ins Freiland oder durch vorgezogene Setzlinge gepflanzt, die nach den letzten Frösten ausgepflanzt werden. Der Pflanzabstand sollte 40 bis 50 Zentimeter betragen, um den Pflanzen genügend Platz für die Entwicklung zu geben.

Vermehrungsmöglichkeiten

Die gängigste Methode zur Vermehrung ist die Aussaat. Samen können unter Glas ab Februar ausgesät und die Jungpflanzen später ins Freiland gesetzt werden. Zudem ist es möglich, aus den seitlich am Strunk wachsenden Trieben Stecklinge zu gewinnen und zu bewurzeln.

Blätter

Die Blätter sind charakteristisch gewellt und blasig, was ihnen eine starke Struktur und Optik verleiht. Sie sind robust, dick und können je nach Sorte von mittel- bis dunkelgrün variieren.

Blütezeit

Im Allgemeinen werden Wirsingkohl-Pflanzen vor der Blüte geerntet. Kommt es zur Blüte, was in der Regel im zweiten Jahr geschieht, bildet sich ein Blütenstand mit gelben Kreuzblüten aus, die wiederum für die Samengewinnung genutzt werden können.

Standort

Wirsingkohl bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit guter Luftzirkulation, um die Bildung von Krankheiten zu vermeiden.

Bodendecker

Während Wirsingkohl selbst kein Bodendecker ist, können bodendeckende Pflanzen wie Klee oder Phacelia als Gründünger zwischen den Kohlreihen ausgesät werden, um den Boden zu schützen und die Bodenstruktur zu verbessern.

Wurzelsystem

Wirsingkohl hat ein tiefreichendes Wurzelsystem, das ihm erlaubt, Nährstoffe auch aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen. Deshalb ist eine tiefgründige Bodenbearbeitung vor der Pflanzung empfehlenswert.

Boden & pH-Wert

Bevorzugt wird ein humoser, nährstoffreicher, durchlässiger Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Staunässe sollte vermieden werden, da das Wurzelwachstum sonst beeinträchtigt wird und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten sind.

Wasserbedarf

Der Wirsingkohl benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders in trockenen Perioden und während der Kopfbildung. Staunässe sollte jedoch vermieden werden, um das Wurzelsystem nicht zu schädigen.

Beschneiden

Ein regelmäßiges Beschneiden ist bei Wirsingkohl nicht notwendig. Allerdings sollten verwelkte äußere Blätter entfernt werden, um Krankheiten und Schädlinge fernzuhalten und die Pflanze vital zu halten.

Umtopfen

Wirsingkohl wird normalerweise direkt ins Freiland gepflanzt. Bei einer Vorkultur in Töpfen oder Saatschalen ist das Umpflanzen ins Freiland erforderlich, sobald die Jungpflanzen ausreichend entwickelt sind.

Frosthärte

Viele Wirsingkohl-Sorten sind frosthart und können bei milder Witterung auch im Winter geerntet werden. Einige Sorten vertragen sogar Temperaturen bis zu -15°C ohne größere Schäden.

Krankheiten & Schädlinge

Häufige Krankheiten sind Falscher Mehltau, Kohlhernie und die Schwarzfäule. Schädlinge wie die Weiße Fliege, Kohlmotten und verschiedene Raupenarten können ebenfalls Probleme bereiten. Vorbeugende Maßnahmen wie Fruchtfolge, Pflanzenschutznetze und der Einsatz von Nützlingen sind empfehlenswert.

Synonyme

Neben Wirsingkohl sind Bezeichnungen wie Savoyenkohl oder Wirz gängig. Veraltete Namen umfassen auch Welschkohl oder Lombardakohl.

Giftigkeit

Wirsingkohl ist für den Menschen ungiftig und ein gesundes Gemüse, das reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist.etzt wird.

Pflege

Für eine erfolgreiche Kultivierung ist eine ausgewogene Düngung notwendig, vor allem Stickstoff, Kalium und Phosphor sind wichtig. Pflanzen sollten regelmäßig auf Schädlingsbefall untersucht und nötigenfalls mit geeigneten Mitteln behandelt werden.

Liste von Begleitpflanzen

Als gute Nachbarn gelten Pflanzen wie Salat, Sellerie, Erbsen und Bohnen. Diese Kulturen bieten wechselseitige Vorteile, wie verbesserte Bodenstruktur oder Reduzierung von spezifischen Schädlingen.

Pflanzenfamilie

Wirsingkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), die auch andere bekannte Gemüsearten wie Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi umfasst.

Verwendungen

Wirsing wird in der Gastronomie und im häuslichen Gebrauch für eine Vielzahl an Gerichten verwendet, von Eintöpfen bis zu feinen Beilagen. Darüber hinaus finden seine robusten Blätter auch in der Floristik als dekoratives Beiwerk Verwendung. In der Landwirtschaft ist er eine wichtige Kulturpflanze für die Erzeugung frischer Wintergemüse.

Insgesamt stellt der Wirsingkohl somit eine vielseitige und anzubauende Pflanze dar, die sowohl in der Küche als auch im Garten eine Bereicherung ist.

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