Die Stinkende Nieswurz, auch bekannt als Helleborus foetidus, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese mehrjährige, wintergrüne Staude zeichnet sich durch ihre länglichen, handförmig geteilten Blätter und ihre außergewöhnlichen grünen Blüten aus. Nicht nur wegen ihrer dekorativen Erscheinung ist sie beliebt, sondern auch für ihre Robustheit und Pflegeleichtigkeit. Die Stinkende Nieswurz verdankt ihren Namen dem unangenehmen Geruch, der von den Blättern ausgeht, wenn diese zerrieben werden. Sie ist eine bereichernde Pflanze für Schattengärten und als Unterbepflanzung von Gehölzen.

Wuchs

Die Stinkende Nieswurz kann eine Höhe von 30 bis 60 cm erreichen. Sie wächst buschig und bildet mit der Zeit lockere Horste. Der aufrechte Wuchs macht sie zu einer imposanten Erscheinung, besonders in Gruppenpflanzungen.

Aussäen und Einpflanzen

Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich über Samen, die nach der Reife gesät werden können. Die Samen keimen besser, wenn sie frisch sind und eine Kälteperiode durchlaufen haben, was die Stratifikation nachahmt. Es kann Monate dauern, bis die Keimung erfolgt. Pflanzzeit ist üblicherweise im Herbst oder im Frühling.

Vermehrung

Die Vermehrung kann auf verschiedene Weise erfolgen. Hier sind die gängigsten Methoden:

  1. Aussaat von Samen:
  • Samenernte: Die Samen von Helleborus foetidus reifen im späten Frühjahr oder frühen Sommer. Sobald die Samenkapseln braun werden und anfangen zu öffnen, können die Samen gesammelt werden.
  • Saat: Am besten pflanzt man die frischen Samen sofort aus, da ihre Keimfähigkeit bei Lagerung schnell abnimmt. Die Aussaat erfolgt in Schalen oder Töpfen mit gut drainierter Saaterde.
  • Keimung: Helleborus-Samen benötigen zum Keimen oft einen Kalt-Warm-Zyklus. Dieser kann natürlicherweise durch die kalten Winter- und wärmeren Frühlingstemperaturen veranlasst werden. Die Aussaat der Samen im Spätsommer ermöglicht es, diesen Prozess nachzuahmen.
  • Pflege: Die Samenschalen müssen feucht, aber nicht nass gehalten werden. Ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung fördert die Keimung.
  • Jungpflanzen: Die Sämlinge sollten erst umgepflanzt werden, wenn sie kräftig genug gewachsen sind. Das kann bis zu einem Jahr dauern.
  1. Teilung der Pflanze:
  • Der beste Zeitpunkt für die Teilung einer Stinkenden Nieswurz ist der späte Frühling nach der Blütezeit.
  • Die Pflanze vorsichtig ausgraben und Schmutz von den Wurzeln entfernen.
  • Mit einem scharfen Messer oder Spaten die Wurzelballen in mehrere Teile teilen, achten Sie darauf, dass jeder Teilstück genügend Wurzeln und mindestens ein paar Blätter trägt.
  • Die Teilstücke sofort an ihren neuen Standort einpflanzen und gut wässern.
  1. Wurzelschnittlinge:
  • Bei dieser Methode werden im Herbst oder Winter Stücke der Wurzel geschnitten und in sandige Erde oder ein Vermehrungssubstrat gepflanzt.
  • Die Schnittlinge sollten unter kühlen Bedingungen gehalten werden, bis sie neue Austriebe entwickeln.

Beim Umgang mit Helleborus foetidus ist zu beachten, dass alle Teile der Pflanze giftig sind und Hautirritationen verursachen können. Handschuhe und Schutzkleidung sind daher bei der Vermehrung empfehlenswert. Es ist auch wichtig zu wissen, dass sortenechte Stinkende Nieswurz-Pflanzen oft nicht aus Samen gezogen werden können, da sie stark bestäubt werden und die Nachkommen selten die gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanze aufweisen.

Blätter

Die Blätter sind tiefgrün, ledrig und immergrün. Ihre Form ist meist tief gelappt mit schmalen Segmenten und kann bis zu 30 cm lang werden. Die Blätter sind darüber hinaus spiralförmig um die Stängel angeordnet.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich meist von Spätwinter bis zum Frühjahr. Die einzelnen Blüten sind glockenförmig und zeigen sich in einer grünlichen bis rötlich-braunen Färbung. Die charakteristischen purpur-schwarz gefleckten Ränder der Blüten sind ebenfalls erkennbare Merkmale.

Standort

Die ideale Standortwahl ist ein wesentlicher Faktor für das Gedeihen dieser attraktiven, wintergrünen Staude. Sie bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Platz im Garten, geschützt vor der Mittagssonne, da ihre Blätter bei zu starker Sonneneinstrahlung verbrennen können. Ein gut durchlässiger, humusreicher Boden, der nicht zur Staunässe neigt, ist optimal. Der Boden sollte leicht alkalisch bis neutral sein; eine Kalkbeimischung kann notwendig sein, wenn Ihr Gartenboden zu sauer ist. Die Stinkende Nieswurz zeigt sich als relativ anspruchslos hinsichtlich ihres Standorts und kann damit auch unter höheren Gehölzen oder in Waldrandlagen gepflanzt werden, wo sie zusammen mit anderen Schattenpflanzen ein malerisches Unterwuchs-Ensemble bildet. Mit ihrem hellgrünen Laub und den grünen bis cremefarbenen, glockenförmigen Blüten, die sich bereits im Winter zeigen, ist sie ein wertvoller Beitrag für Farbe und Leben in der ruhigeren Gartenzeit.

Bodendecker

Als Bodendecker ist die Pflanze aufgrund ihres buschigen Wuchses und der zuverlässigen Wintergrünheit gut geeignet. Sie unterdrückt Unkraut und bildet dichte, attraktive Beete.

Wurzelsystem

Die Stinkende Nieswurz hat ein tiefreichendes Wurzelsystem, welches sowohl für ihre Dürretoleranz als auch für die Aufnahme von Nährstoffen aus tieferen Bodenschichten verantwortlich ist.

Boden & PH-Wert

Für ein optimales Wachstum bevorzugt Helleborus foetidus einen gut durchlässigen Boden. Sie kommt sowohl mit sauren als auch mit alkalischen Bodenverhältnissen zurecht und ist somit recht anspruchslos was den pH-Wert betrifft.

Wasserbedarf

Die Pflanze ist verhältnismäßig trockenheitstolerant, bevorzugt jedoch gleichmäßig feuchte Bedingungen ohne Staunässe.

Beschneiden

Ein Rückschnitt ist in der Regel nicht notwendig. Verblühte Stängel oder beschädigtes Laub sollten entfernt werden, um die Pflanze gesund und attraktiv zu halten.

Umtopfen

Beim Umtopfen im Topfgarten sollte darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht zu stark gestört wird. Ein Umtopfen kann erforderlich sein, wenn die Pflanze zu groß für ihren Topf wird.

Frosthärte

Helleborus foetidus ist sehr frosthart und kann Temperaturen bis zu -15 °C ohne Schutz überstehen.

Krankheiten & Schädlinge

Die Stinkende Nieswurz ist eine verhältnismäßig robuste Pflanze, dennoch kann sie von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden, die ihre Gesundheit und ihr Erscheinungsbild beeinträchtigen können.

Krankheiten

  1. Rotfäule (Wurzelfäule): Diese durch Pilze verursachte Krankheit tritt oft bei Staunässe auf. Die Wurzeln verfärben sich dunkel und verrotten, was zum Absterben der Pflanze führen kann. Gute Drainage und Vermeidung von übermäßiger Nässe sind vorbeugende Maßnahmen.
  1. Blattfleckenkrankheiten: Pilzliche Erreger können zu dunklen Flecken auf den Blättern führen, die sich ausbreiten und zum Absterben der Blattsubstanz führen können. Die befallenen Blätter sollten entfernt und vernichtet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  1. Mehltau: Besonders in warmen, trockenen Sommern kann es zu einem Befall mit Mehltau kommen. Dafür typisch ist ein weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern. Pilzbekämpfende Mittel und ausreichende Luftzirkulation können helfen, Mehltau in Schach zu halten.

Schädlinge

  1. Blattläuse: Diese kleinen Insekten saugen an den Säften der jungen Triebe und Blätter und können zu Wachstumsstörungen führen. Eine Behandlung mit einem geeigneten Insektizid oder natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfern kann Abhilfe schaffen.
  1. Schnecken und Nacktschnecken: Sie sind besonders in feuchten, schattigen Gärten ein Problem und können erhebliche Fraßschäden an den Blättern verursachen. Schneckenkorn, Barrieren oder das Absammeln von Hand sind mögliche Gegenmaßnahmen.
  1. Spinnmilben: Bei sehr trockenem, warmem Klima können Spinnmilben auftreten, die sich von Pflanzensaft ernähren und zu vergilbten Blättern führen können. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit oder das Besprühen mit Wasser kann gegen sie helfen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gute Kulturbedingungen: Eine gute Drainage, die Vermeidung von Staunässe und eine ausreichende Luftzirkulation sind essenziell für gesunde Pflanzen.
  • Hygiene: Entfernen und Entsorgen von erkrankten Pflanzenteilen kann die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.
  • Standortwahl: Schutz vor extremer Hitze kann die Anfälligkeit für Spinnmilben reduzieren.
  • Natürliche Fressfeinde: Förderung natürlicher Fressfeinde wie Vögel und Marienkäfer kann bei der Kontrolle von Blattläusen hilfreich sein.
  • Überwachung und Früherkennung: Regelmäßige Überprüfung der Pflanzen auf Anzeichen von Stress, Krankheiten oder Befall ermöglicht ein zeitiges Eingreifen.

Die Stärkung der allgemeinen Vitalität durch angemessene Standortbedingungen und Pflege ist der beste Schutz gegen Krankheiten und Schädlinge. Im Falle eines Befalls sollten betroffene Pflanzenteile umgehend entfernt und geeignete Behandlungen schnellstmöglich eingeleitet werden.

Verwendung

Stinkende Nieswurz findet Verwendung in der Gestaltung von Schattengärten, als Unterpflanzung von Gehölzen und in Naturgärten aufgrund ihrer robusten und pflegeleichten Natur.

Synonyme

Ein weiteres geläufiges Synonym für die Stinkende Nieswurz ist „Fußblättrige Nieswurz“.

Giftig

Alle Teile der Pflanze sind giftig, insbesondere die Wurzeln. Sie sollten daher nicht verzehrt werden und bei der Handhabung ist Vorsicht geboten.

Pflege

Im Allgemeinen ist die Stinkende Nieswurz pflegeleicht. Einmal etabliert, benötigt sie nur minimale Aufmerksamkeit in Bezug auf Bewässerung und Düngung.

Liste Begleitpflanzen

  1. Galanthus nivalis (Schneeglöckchen) – Diese winterblühende Pflanze eignet sich hervorragend als Partner, da ihre Blütezeit oft mit der von Helleborus foetidus übereinstimmt.
  1. Cyclamen coum (Alpenveilchen) – Mit seinem niedrigen Wuchs und den herzförmigen Blättern bildet es einen schönen Kontrast zur aufrechten Form von Helleborus.
  1. Pachysandra terminalis (Dickmännchen oder Schattengrün) – Als immergrüne Bodendeckerpflanze bietet sie einen ansprechenden Hintergrund für die Stinkende Nieswurz.
  1. Ferns (Farne) – Verschiedene Farnarten wie der Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina) gedeihen im gleichen Halbschatten bis Schatten und sorgen für eine Texturvielfalt im Garten.
  1. Brunnera macrophylla (Kaukasus-Vergissmeinnicht) – Ihre herzförmigen Blätter und blauen Frühlingsblüten harmonieren gut mit den grünlichen Blüten von Helleborus.
  1. Pulmonaria (Lungenkraut) – Dies ist eine weitere frühblühende Pflanze, deren bunte Blätter und blau-purpur Blüten einen schönen Akzent setzen.
  1. Heuchera (Purpurglöckchen) – Mit ihrer Vielzahl an Blattfarben sind diese eine attraktive Ergänzung, die auch nach der Blüte von Helleborus für Interesse sorgt.
  1. Vinca minor (Kleines Immergrün) – Als wintergrüne, bodendeckende Pflanze ergänzt sie die Nieswurz und bietet ganzjähriges Grün.
  1. Epimedium (Elfenblume) – Die zarten Blüten und das attraktive Laub passen gut zu den robusten Blättern von Helleborus foetidus.
  1. Euphorbia amygdaloides var. robbiae (Mandelblättrige Wolfsmilch) – Mit ihren gelbgrünen Blütenständen im Frühling bildet sie einen reizvollen Kontrast zur Stinkenden Nieswurz.
  1. Dryopteris erythrosora (Herbstfarn) – Dieser Farn ergänzt mit seiner rostroten jungen Belaubung die grünen Töne von Helleborus foetidus besonders gut.

Diese Pflanzenauswahl für die Begleitung von Helleborus foetidus berücksichtigt die Vorlieben dieser Pflanze für schattige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Ihre zeitliche Abfolge der Blütezeiten und kontrastierenden Texturen oder Blattfarben schaffen ein abwechslungsreiches und ansprechendes Pflanzenensemble, das das ganze Jahr über visuelles Interesse bietet.

Pflanzenfamilie

Helleborus foetidus gehört zur Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

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