Prunus domestica, bekannt als Europäische Pflaume oder Zwetschge, ist ein weit verbreiteter Obstbaum in gemäßigten Klimazonen. Zu dessen Sortenvielfalt zählen bekannte Arten wie ‚Victoria‘, ‚Stanley‘ und ‚Italian Prune‘, die sich durch verschiedene Größen, Geschmacksrichtungen und Reifezeiten unterscheiden. Der Baum kann eine Höhe von 5-6 Metern erreichen und zeichnet sich durch eine dichte, rundliche Krone aus. Als langlebige Pflanze, die reichlich Früchte trägt, ist sie ein beliebtes Element in vielen Gärten und landwirtschaftlichen Betrieben.

Wuchs

Diese Art zeichnet sich durch ihren robusten und aufrechten Wuchs aus. Sie wächst langsam bis mäßig schnell und entwickelt im Laufe der Jahre eine ausladende Baumkrone, die für eine reichhaltige Ernte sorgt. Prunus domestica beginnt meist nach einigen Standjahren mit der Produktion von Früchten.

Pflanzung

Die Pflanzung sollte im Herbst oder frühen Frühjahr erfolgen, wenn der Boden nicht gefroren ist. Es ist wichtig, einen sonnigen Standort mit genügend Platz zu wählen, um eine optimale Entwicklung des Baumes zu gewährleisten. Der Baum bevorzugt tiefgründige, gut durchlässige Böden, die reich an organischer Substanz sind. Ein Pflanzabstand von mindestens 4-5 Metern zwischen den Bäumen ist zu empfehlen, um eine gute Luftzirkulation und Sonneneinstrahlung zu ermöglichen.

Vermehrungsmöglichkeiten

Die Vermehrung erfolgt üblicherweise vegetativ durch Veredelung auf Unterlagen um Sortenechtheit zu garantieren. Dabei werden Edelreiser der gewünschten Sorte auf eine kompatible Wurzelunterlage gepfropft. Saatgutvermehrung ist möglich, führt jedoch zu genetischer Variabilität und damit oft nicht zur erwünschten Sorteneigenschaft.

Blätter

Die Blätter sind oval bis länglich, spitz zulaufend und am Rand gesägt. Sie haben eine dunkelgrüne Farbe und werden etwa 5-10 cm lang. Im Herbst nehmen die Blätter eine gelbe bis rötliche Färbung an, bevor sie abfallen.

Blütezeit

Die Blütezeit liegt im Frühjahr, meist im April, wenn sich zahlreiche kleine, weiß bis leicht rosafarbene Blüten bilden. Die Blütendauer beträgt in der Regel wenige Wochen, abhängig von der Wetterlage.

Standort

Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort geschützt vor starken Winden. Prunus domestica bevorzugt ein gemäßigtes Klima und kommt auch mit geringfügigem Schatten zurecht, obwohl dies die Fruchtproduktion einschränken kann.

Bodendecker

Als Bodendecker rund um den Baum können niedrig wachsende Stauden oder Kräuter gepflanzt werden, die den Boden beschatten und Feuchtigkeit halten, gleichzeitig jedoch keine Konkurrenz um Nährstoffe darstellen. Geeignet sind beispielsweise Thymian oder niedrige Glockenblumen.

Wurzelsystem

Der Europäische Pflaumenbaum hat ein starkes, tiefreichendes Wurzelsystem, welches ihm Stabilität verleiht und ihm ermöglicht, Wasser und Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu ziehen.

Boden & pH-Wert

Optimal sind humusreiche, tiefgründige und gut durchlässige Böden. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist ideal, doch der Baum zeigt sich diesbezüglich recht tolerant.

Wasserbedarf

Der Wasserbedarf ist mäßig aber regelmäßig, besonders in Trockenperioden und im Frühjahr während der Blüte- und frühen Fruchtentwicklung. Staunässe sollte jedoch vermieden werden, um Wurzelschäden zu vermeiden.

Beschneiden

Ein regelmäßiger Schnitt fördert eine gesunde Wachstumsstruktur und reiche Ernte. Es wird empfohlen, im späten Winter oder frühen Frühjahr, wenn der Baum noch ruht, zu beschneiden. Dabei sollten kranke, abgestorbene oder sich kreuzende Äste entfernt werden.

Umtopfen

Junge Bäume, die in Containern gezogen werden, sollten umgetopft werden, wenn das Wurzelsystem den Topf ausfüllt. Dies fördert das Wachstum und verhindert, dass der Baum zu stark verwurzelt wird.

Frosthärte

Prunus domestica ist relativ frosthart und kann Winter mit mäßigen Temperaturen gut überstehen, doch späte Fröste können die Blüte schädigen und somit die Ernte beeinträchtigen.

Krankheiten & Schädlinge

Die Kultivierung von Prunus domestica kann von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen beeinträchtigt werden, die sowohl die Gesundheit des Baumes als auch die Erntequalität und -menge negativ beeinflussen können. Zu den häufigsten Herausforderungen gehören:

Scharka (Pflaumenpockenkrankheit)

Die Scharka wird durch das Plum pox virus verursacht und resultiert in verformten und marmorierten Früchten, die an Geschmack verlieren und vorzeitig abfallen können. Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich, deshalb muss auf präventive Maßnahmen zurückgegriffen werden:

  • Befallene Bäume und Früchte sind umgehend zu entfernen und zu vernichten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • Der Anbau von virusresistenten Sorten ist empfehlenswert.
  • Regelmäßige Überwachung und Kontrolle von Vektoren (insbesondere Blattläuse) die das Virus übertragen können.

Monilia-Fruchtfäule (Monilinia laxa)

Diese Pilzkrankheit äußert sich durch braune Fäulnisherde auf den Früchten, und kann zur Mumifizierung der betroffenen Pflaumen am Baum führen:

  • Beim Schnitt des Baumes sollte auf eine gute Durchlüftung der Krone geachtet werden, um die Feuchtigkeit zu reduzieren.
  • Befallene Früchte und Triebe sollten entfernt und vernichtet werden.
  • Im Frühjahr, vor der Blüte, kann eine vorbeugende Behandlung mit einem geeigneten Fungizid erfolgen.

Bakterielle Schrotschusskrankheit (Xanthomonas arboricola pv. pruni)

Diese bakterielle Infektion führt zu kleinen löcherartigen Ausstanzungen in den Blättern, die wie von Schrot getroffen aussehen:

  • Wie bei Pilzkrankheiten ist ein luftiger, gut beschnittener Baum weniger anfällig für die Feuchtigkeitsansammlungen, die Bakterien benötigen.
  • Die Entfernung und Entsorgung von infiziertem Pflanzenmaterial vermindert die Verbreitung.
  • Im Zweifelsfall kann ein Kupfer-basiertes Fungizid im Frühjahr helfen, Infektionen vorzubeugen.

Pflaumenwickler (Cydia funebrana)

Die Larven dieses Schädlings bohren sich in die Früchte ein, was zu Fruchtfäule und vorzeitigem Fruchtfall führt:

  • Regelmäßiges Auflesen und Vernichten von befallenen Früchten kann helfen, die Population zu reduzieren.
  • Fallen, die mit Pheromonen für Pflaumenwickler ausgestattet sind, können die Männchen anlocken und somit den Fortpflanzungszyklus stören.
  • Insektizide können eingesetzt werden, sollten jedoch so gewählt werden, dass sie nicht die Nützlinge gefährden.

Blattläuse

Blattläuse saugen Pflanzensäfte und können zu deformierten Blättern führen und als Vektoren für Krankheiten dienen:

  • Stärkung der natürlichen Fressfeinde von Blattläusen, wie z.B. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen.
  • Abstrahlen der Blattläuse mit Wasser oder Anwendung von insektizidseifen oder ölhaltigen Präparaten.

Die effektive Bekämpfung dieser Krankheiten und Schädlinge erfordert ein sorgfältiges Management und den frühzeitigen Einsatz geeigneter Maßnahmen. Sowohl bei der präventiven als auch bei der reaktiven Bekämpfung ist es wichtig, auf die Umweltverträglichkeit zu achten und den Einsatz chemischer Mittel möglichst zu minimieren, um die ökologische Vielfalt und das Gleichgewicht nicht zu stören.

Synonyme

Häufig wird der Baum als Pflaumenbaum, Zwetschgenbaum, Hauszwetschge oder einfach Zwetschge bezeichnet.

Giftigkeit

Es gibt keine Hinweise auf Giftigkeit; im Gegenteil, die Früchte sind essbar und sehr begehrt.

Pflege

Neben regelmäßigem Beschneiden und Bewässern ist es wichtig, auf Anzeichen von Krankheiten und Schädlingen zu achten und den Boden mit Kompost oder organischem Dünger anzureichern, um die Nährstoffversorgung zu fördern.

Liste Begleitpflanzen

Gute Begleitpflanzen sind beispielsweise Ringelblumen (Calendula), Kapuzinerkresse (Tropaeolum) und andere niedrig wachsende Kräuter, die nützliche Insekten anlocken und die Bodengesundheit fördern.

Pflanzenfamilie

Prunus domestica gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), zu der auch viele andere Steinobstarten wie Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche zählen.

Verwendungen in verschiedenen Umgebungen oder Branchen

Die Pflanze Prunus domestica, bekannt als Hauszwetschge, Pflaumenbaum oder Zwetschgenbaum, ist eine in vielen Umgebungen und Branchen nützliche Pflanze. Hier sind einige Verwendungen in verschiedenen Bereichen:

  1. Ernährung:
  • Früchte: Die Pflaumenfrüchte werden frisch gegessen oder in verschiedenen kulinarischen Zubereitungen verwendet, wie Kompotte, Marmeladen, Säfte, Gelees und Desserts.
  • Trockenfrüchte: Getrocknete Pflaumen, bekannt als Dörrpflaumen, sind ein beliebter Snack und werden wegen ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen und Nährstoffen geschätzt.
  • Verarbeitete Produkte: Pflaumen können zu Pflaumenwein, Likör, Essig und Pflaumenmus verarbeitet werden.
  1. Landwirtschaft und Gärtnerei:
  • Obstproduktion: Prunus domestica ist ein wichtiger kommerzieller Obstbaum in gemäßigten Klimazonen und wird in Obstgärten und Plantagen angebaut.
  • Zierpflanze: Aufgrund ihrer attraktiven Blüten und Gestalt wird die Pflanze oft als Zierbaum in Gärten und Parks gepflanzt.
  • Bestäuber: Die Blüten ziehen Bestäuber wie Bienen an, die wichtig für das Ökosystem und die Kreuzbestäubung anderer Pflanzen sind.
  1. Medizin und Gesundheit:
  • Traditionelle Medizin: In einigen Kulturen werden Pflaumen und ihre Bestandteile in der traditionellen Medizin zur Linderung von Verdauungsproblemen und zur Förderung der Darmgesundheit eingesetzt.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Pflaumen werden manchmal in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, da sie antioxidative Eigenschaften haben und die Knochengesundheit unterstützen können.
  1. Kosmetik und Körperpflege:
  • Hautpflegeprodukte: Pflaumenkernöl wird in einigen Haut- und Haarpflegeprodukten verwendet, da es feuchtigkeitsspendende und pflegende Eigenschaften hat.
  1. Holzverwendung:
  • Schreiner- und Drechselarbeiten: Das Holz des Pflaumenbaums wird gelegentlich für feine Holzarbeiten wie Möbel, Dekorationsgegenstände und Musikinstrumente verwendet.
  1. Umweltschutz:
  • Biodiversität: Die ausgedehnten Blütenangebote und die Früchte unterstützen eine Vielzahl von Insekten und Vögeln, was zur Erhaltung der Biodiversität beiträgt.
  • Erosionsschutz: Die Bäume können zum Schutz gegen Bodenerosion, insbesondere in Hanglagen, genutzt werden.

Insgesamt ein vielseitiger Baum, der in vielfältigen Bereichen genutzt wird und sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile bietet.

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