Das Scharbockskraut (Ficaria verna, früher als Ranunculus ficaria bekannt) ist eine weit verbreitete Wildpflanze, die vor allem in lichten Laubwäldern, an Flussufern und in anderen feuchten, schattigen Lebensräumen anzutreffen ist. In der Vergangenheit wurde diese Pflanze aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes zur Vorbeugung gegen Skorbut eingesetzt, was ihr den Namen Scharbockskraut einbrachte. Sie zeichnet sich durch gelbe Blüten und herzförmige Blätter aus und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Wuchs

Das Scharbockskraut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 5 bis 15 cm erreicht. Es bildet unterirdische Knollen, die es ihm ermöglichen, nach der Blütezeit zu überdauern und im nächsten Frühjahr wieder auszutreiben.

Aussäen und Einpflanzen

Die Vermehrung des Scharbockskrauts erfolgt meist vegetativ durch die Teilung der Knollen oder generativ über Samen. Die Aussaat erfolgt nach der Reife der Samen, meist im späten Frühjahr oder Frühsommer, direkt ins Freiland.

Vermehrung durch Teilung der Knollen

Eine effektive Methode, das Scharbockskraut zu vermehren, ist die Teilung seiner unterirdischen Knollen. Diese vegetative Vermehrungsart ist besonders einfach und erfolgreich, da jede Knolle bereits das Potenzial besitzt, eine neue Pflanze hervorzubringen. Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist nach der Blütezeit, wenn die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben sind, typischerweise in den Sommermonaten.

Bevor man mit der Teilung beginnt, sollte man einen Standort vorbereiten, der den Bedürfnissen des Scharbockskrauts entspricht, also ein halbschattiges Plätzchen mit feuchtem, humosem Boden. Danach geht man folgendermaßen vor:

  1. Graben: Die Knollenbereiche werden vorsichtig ausgegraben, um sie nicht zu beschädigen. Das Scharbockskraut bildet ein Knollensystem, das nahe der Bodenoberfläche liegt und daher nicht tief gegraben werden muss.
  1. Trennen: Die Knollen lassen sich in der Regel leicht mit den Händen voneinander trennen. Es sollte darauf geachtet werden, dass jede Teilkultur ausreichend Wurzeln hat und gesund aussieht.
  1. Pflanzen: Die getrennten Knollen werden unmittelbar an ihrem neuen Standort wieder eingepflanzt. Dabei werden sie in einer Tiefe positioniert, die der Größe der Knolle entspricht – in der Regel einige Zentimeter unter der Erdoberfläche.
  1. Anwässern: Nach dem Pflanzen sollten die neuen Standorte gut angegossen werden, um die Knollen zu setzen und die Erde um die Knollen herum zu verdichten. Dieser Vorgang hilft, Luftlöcher zu eliminieren und bietet den Knollen direkten Kontakt zum Boden, was das Anwachsen erleichtert.
  1. Pflege: In den folgenden Wochen ist darauf zu achten, dass die Erde gleichmäßig feucht gehalten wird, um die Knollen an ihrem neuen Standort zu etablieren.

Die Teilung der Knollen ermöglicht es nicht nur, die Pflanzenzahl zu erhöhen, sondern trägt auch dazu bei, übermäßig dichte Bestände zu lockern und die Vitalität der einzelnen Pflanzen zu fördern. Es ist jedoch zu beachten, dass das Scharbockskraut sich auch selbst über Samenausbreitung vermehrt und dadurch mancherorts als invasiv angesehen werden kann. Daher sollte die Ausbreitung der Pflanzen kontrolliert und lokal begrenzt werden, um eine ungewollte Ausbreitung zu vermeiden.

Blätter

Die Blätter sind glänzend, dunkelgrün, herz- bis nierenförmig und sitzen auf langen Stielen. Im Frühjahr sprießen sie früh und sterben nach der Blütezeit im Sommer wieder ab.

Blütezeit

Die gelben, glänzenden Blüten erscheinen ab März und sind oft bis in den Mai hinein zu bewundern. Sie öffnen sich nur bei Sonnenschein und bleiben an bewölkten Tagen oder in der Nacht geschlossen.

Standort

Die Pflanze bevorzugt schattige bis halbschattige Plätze. Sie ist häufig in Laubwäldern, an Waldrändern oder an Uferböschungen zu finden.

Boden & PH-Wert

Das Scharbockskraut gedeiht am besten in einem humosen, feuchten Boden. Es bevorzugt einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert.

Wasserbedarf

Der Wasserbedarf ist mäßig bis hoch. Staunässe sollte jedoch vermieden werden, da die Knollen sonst faulen können.

Beschneiden

Ein Beschneiden der Pflanzen ist üblicherweise nicht notwendig, da das Laub nach der Blütezeit von selbst eingeht.

Umtopfen

Als Wildpflanze wird das Scharbockskraut selten in Töpfen kultiviert und bedarf daher in der Regel keines Umtopfens.

Frosthärte

Das Scharbockskraut ist winterhart und benötigt keinen zusätzlichen Schutz.

Krankheiten

Die Pflanze ist relativ robust, aber es kann gelegentlich zu Befall durch Rostpilze kommen.

Verwendung

Medizinisch wurde das Scharbockskraut früher gegen Skorbut eingesetzt. In der Küche können die jungen Blätter vor der Blüte in kleinen Mengen in Salaten verwendet werden. Achtung: Die Pflanze wird nach Blütebeginn giftig.

Verwendung in der Naturheilkunde

In der traditionellen Naturheilkunde hat das Scharbockskraut eine lange Geschichte, insbesondere in der Behandlung von Vitamin-C-Mangelzuständen, wie sie früher bei Seefahrern durch Skorbut bedingt waren. Der hohe Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze, insbesondere der Blätter im Frühjahr vor der Blüte, machte sie zu einem wertvollen Mittel gegen die damit verbundenen Symptome wie Müdigkeit, geschwollenes Zahnfleisch und Blutungen.

Neben Vitamin C enthalten die Blätter weitere sekundäre Pflanzenstoffe, Flavonoide und Saponine, die in der Volksheilkunde für ihre entzündungshemmenden und harntreibenden Eigenschaften geschätzt wurden. Aufgrund dieser Diuretika-Wirkung wurde das Kraut zur Reinigung und Entschlackung des Körpers sowie zur Anregung des Stoffwechsels eingesetzt.

Auch bei Hautleiden wurden Umschläge oder Säfte aus den jungen Blättern angewandt, um ihre vermeintlich wundheilenden und abschwellenden Effekte zu nutzen. Dabei sollten jedoch nur junge, nicht blühende Blätter verwendet werden, da die Pflanze nach Beginn der Blüte toxische Substanzen bildet.

In der heutigen Naturmedizin wird das Scharbockskraut allerdings kaum noch verwendet, nicht zuletzt wegen der potenziellen Giftigkeit der Pflanze und der Schwierigkeit, den richtigen Erntezeitpunkt der sicheren Verwendung zu bestimmen. Moderne Pflanzenheilkundler betonen daher die Wichtigkeit einer fachmännischen Anleitung und beraten im Allgemeinen von einer Selbstmedikation mit Scharbockskraut ab.

Vor der Anwendung jeglicher Heilmittel aus dem Scharbockskraut sollten Interessierte daher stets professionellen medizinischen Rat einholen, um Risiken und Nebenwirkungen zu vermeiden. Aufgrund der besseren Verfügbarkeit und kontrollierbaren Dosierung bevorzugt man heutzutage andere, etablierte Quellen für Vitamin C und Kräuter mit ähnlichen Wirkungen, die als sicherer gelten.

Synonyme

Ein bekanntes Synonym ist Ranunculus ficaria.

Giftigkeit

Das Scharbockskraut wird nach der Blüte durch die Bildung von Protoanemonin giftig und sollte dann nicht mehr verwendet werden.

Pflege

Da das Scharbockskraut in der Natur wenig Pflege benötigt, ist es auch im Garten pflegeleicht. Wichtige Aspekte sind die Wahrung des natürlichen Lebensraums und das Vermeiden von zu trockenen oder zu nassen Bedingungen.

Liste der Begleitpflanzen

  1. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
  1. Winterling (Eranthis hyemalis)
  1. Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
  1. Schlüsselblume (Primula veris)
  1. Leberblümchen (Hepatica nobilis)
  1. Waldveilchen (Viola odorata)
  1. Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  1. Gedenkemein (Omphalodes verna)

Bitte beachten Sie, dass Scharbockskraut selbst als invasive Art betrachtet werden kann und in manchen Regionen die einheimische Flora bedrängt. Es sollte daher mit Vorsicht und nur unter Berücksichtigung örtlicher Bestimmungen gepflanzt werden.

Pflanzenfamilie

Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

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